Telefonie, E-Mail und Videokommunikation im ELW
Auch wenn das Fax auf Einsatzleitwagen meines Wissens nach gemäß DIN noch immer vorgeschrieben ist, hat man sich in der Praxis zum Glück weitgehend davon verabschiedet. Stattdessen wurde es durch E-Mail ersetzt.
Mit dem Thema E-Mail haben wir uns bisher allerdings noch gar nicht beschäftigt. Grundsätzlich würden die Weboberfläche des Mail-Providers oder ein klassischer E-Mail-Client völlig ausreichen, um Nachrichten zu lesen und zu beantworten. Allerdings ergibt sich dabei ein organisatorisches Problem: Entweder müsste das Passwort allen Beteiligten bekannt sein, oder ein Mailprogramm wäre so eingerichtet, dass jeder ungeprüft E-Mails versenden kann.
Mehr Komfort und vor allem mehr Sicherheit bietet hier FreeScout. Durch das Ticketsystem können E-Mails an eine zentrale Adresse problemlos von mehreren Personen bearbeitet und beantwortet werden, ohne Zugangsdaten teilen zu müssen. Gleichzeitig bleibt die Kommunikation nachvollziehbar und strukturiert.
Telefonie
Ein Einsatzleitwagen verfügt in der Regel über zwei Mobilfunknummern aus unterschiedlichen Netzen. Für etwa 99 % aller Einsatzlagen sollte diese Ausstattung vollkommen ausreichen.
Wird darüber hinaus mehr Telefoniekapazität benötigt, kann auf VoIP-Telefonie zurückgegriffen werden. Wie sich zusätzliche VoIP-Nummern in den ELW integrieren lassen, hängt stark vom jeweiligen Provider ab.
Mögliche Lösungen wären beispielsweise 3CX oder FreePBX. Beide Systeme unterstützen auch den Betrieb mit Multi-Basis-DECT-Infrastrukturen. Damit ließen sich theoretisch sogar größere Einsatzstellen mit Telefonie versorgen. Für meinen aktuellen Bedarf ist das allerdings noch nicht notwendig, weshalb diese Optionen zunächst auf der „Testen“-Liste bleiben.
Videokonferenzen
Ein weiteres System, das sich allein nur schwer realistisch testen lässt, ist Jitsi. Damit kann vergleichsweise einfach ein eigener Server für Videokonferenzen betrieben werden.
Allerdings stellt Jitsi gewisse Anforderungen an die Infrastruktur. Es benötigt eine Vielzahl an Ports, und eine Weiterleitung über Reverse-Proxy-Lösungen wie Pangolin oder Nginx ist nicht unbedingt anfängerfreundlich.
Daraus entstand die Idee, zwei getrennte Jitsi-Installationen zu betreiben:
- Installation 1:
Läuft auf einem separaten Server bei Hetzner und ist regulär aus dem Internet erreichbar. - Installation 2:
Läuft in einem eigenen LXC-Container direkt auf dem ELW-Server.
Diese Instanz ist ausschließlich für die Kommunikation innerhalb des lokalen Einsatznetzwerks gedacht und kommt erst dann zum Einsatz, wenn vor Ort eine gemeinsame Netzstruktur aufgebaut wurde.
Fazit
E-Mail und grundlegende Telefonie lassen sich im ELW vergleichsweise unkompliziert umsetzen.
Sobald jedoch umfangreichere Telefoniestrukturen oder Videokonferenzen ins Spiel kommen, steigt die Komplexität deutlich. Hier sind in der Praxis meist zusätzliche Anpassungen an die vorhandene Infrastruktur erforderlich.