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Wer schreibt hier?
Hi, ich bin Roland. Seit 1997 bin ich ehrenamtlich im medizinischen Bevölkerungsschutz aktiv. In all den Jahren ist mir kaum eine Aufgabe begegnet, die gleichzeitig so spannend und so frustrierend ist wie die Arbeit im Einsatzleitwagen (ELW).
Mein größter Kritikpunkt? Die Software. Entweder passten die Programme selbst nicht, oder die Art und Weise, wie sie eingesetzt wurden, ließ zu wünschen übrig. Deshalb habe ich beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Auf dieser Seite dokumentiere ich meine Versuche, einen ELW-Server nach meinen Vorstellungen aufzubauen.
Der „Digital Independence Day“ im Blaulicht-Sektor
Inspiriert durch den Aufruf von Linus Neumann und Marc-Uwe Kling auf dem 39C3, verfolge ich das Ziel der digitalen Unabhängigkeit.
- Warum Open Source? Es schafft Unabhängigkeit von großen Konzernen und politischen Entscheidungen.
- Die Herausforderung: Ich möchte prüfen, wie weit Open-Source-Lösungen bereits für die hohen Anforderungen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz bereit sind – und wo noch Lücken klaffen.
Datensicherheit: Der „Server im Kofferraum“
Ein ELW-Server steht nicht im klimatisierten Hochsicherheits-Rechenzentrum, sondern meist in einem VW-Bus am Einsatzort. Das erfordert ein völlig anderes Sicherheitsdenken:
1. Datensparsamkeit
Auf dem lokalen Server sollten keine sensiblen Stammdaten dauerhaft gespeichert werden.
- Was geht: Namen, Qualifikationen oder Verpflegungswünsche des Personals.
- Was nicht geht: Privatadressen oder Kontoinformationen haben auf dem ELW-Server nichts zu suchen.
2. Einsatzrelevante Informationen
Dennoch benötigt die Einsatzleitung sensible Daten wie Gebäudepläne oder Luftbilder, die von der Leitstelle an den ELW übertragen werden.
3. Workflow nach dem Einsatz
Nach Abschluss einer Lage müssen die entstandenen Daten sicher verwaltet werden:
- Übertragung: Rücksendung der Einsatzdaten an die Leitstelle.
- Archivierung: Erstellung einer dauerhaften Sicherung (z. B. auf Blu-ray).
- Reset: Vollständige Bereinigung des Servers für den nächsten Einsatz.
Zusammenarbeit: Kein ELW ist eine Insel
Ein Einsatz kommt selten allein – oft arbeiten drei oder mehr ELWs Hand in Hand. Eine effektive Zusammenarbeit ist nur möglich, wenn die Systeme miteinander sprechen können. Mein Ziel ist es, Lösungen zu erproben, die entweder auf einheitlicher Software basieren oder über standardisierte Schnittstellen kommunizieren.
Mein Antrieb: Ich betreibe dieses Projekt aus persönlicher Motivation, um zu zeigen, was mit Open Source im Ernstfall möglich ist. Ich freue mich über jeden Tipp, jeden Trick und neue Ideen aus der Community!