Der „kleine Bruder“ für den Server
Monitoring und Zeitmessung mit dem Raspberry Pi
Selbst der stabilste Server ist vor Problemen nicht gefeit. Damit Ausfälle nicht unbemerkt bleiben, ist eine frühzeitige Erkennung entscheidend. Da sich ein System jedoch nur bedingt selbst überwachen kann (fällt der Server aus, schweigt auch das Monitoring), kommt hier ein Raspberry Pi 4 als unabhängige Instanz zum Einsatz.
1. Monitoring mit Uptime Kuma
Nach der Standard-Installation von Docker, Docker Compose und Dockge habe ich Uptime Kuma aufgesetzt. Das Tool bietet eine übersichtliche Weboberfläche, über die sich verschiedenste Dienste und Netzwerkverbindungen überwachen lassen.
2. Benachrichtigungen via Gotify
Damit ich bei Störungen sofort informiert werde, habe ich Gotify auf dem Hetzner-Server installiert.
- Push-Nachrichten: Gotify sendet Benachrichtigungen direkt aufs Smartphone.
- Vielseitigkeit: Dank zahlreicher Schnittstellen ist das Einsatzgebiet groß – so kann beispielsweise auch mein Tracking-System Traccar Statusmeldungen via Gotify absetzen.
3. Der Raspberry Pi als autarker Zeitserver
Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Bereitstellung der korrekten Systemzeit. Damit der Raspberry Pi auch nach einem Stromausfall und ohne Internetverbindung die exakte Uhrzeit behält, habe ich ein DS3231-Modul (RTC – Real-Time Clock) nachgerüstet. Als Software-Herzstück fungiert hier Chrony, das den Pi in einen vollwertigen Zeitserver verwandelt.
4. Zusätzliche Dienste: Samba
Da der Raspberry Pi noch über freie Ressourcen verfügt, ist vorerst auch Samba für den Dateiaustausch installiert. Im produktiven Betrieb (z. B. auf einem ELW-Server) würde dieser Dienst jedoch vermutlich in einen eigenen LXC-Container ausgelagert werden.
Fazit
Ein Raspberry Pi ist ein wahres Schweizer Taschenmesser – man muss nur wissen, wie man ihn einsetzt. Als nächster Schritt steht ein Härtetest für die Zeitserver-Funktion an, um zu prüfen, wie zuverlässig das System nach einem Kaltstart ohne Netzanbindung arbeitet.
Update: Home Assistant zieht um
Manchmal lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten und das Setup zu hinterfragen. Mein Ergebnis: Home Assistant ist vom ELW-Server auf den Raspberry Pi umgezogen. Da auf dem Pi bisher nur Chrony und Uptime Kuma liefen, die sich beide hervorragend als Add-on in Home Assistant integrieren lassen, macht diese Konsolidierung einfach Sinn.
Statt mühsam eine VM in Proxmox zu pflegen, läuft nun das Standard-Image direkt auf dem Pi. Das vereinfacht nicht nur die Installation, sondern macht das gesamte System deutlich schlanker. Chrony und Uptime Kuma sind bereits wieder eingerichtet – jetzt fühlt sich das Setup wieder "richtig" an.