Der Kartenserver – das Herzstück für den Offline-Betrieb

Der Kartenserver – das Herzstück für den Offline-Betrieb

Damit der ELW wirklich autark und vollständig offline arbeiten kann, braucht er einen eigenen Kartenserver. Genau dieser Baustein hat bisher noch gefehlt.

Ich habe im Vorfeld drei vielversprechende Ansätze für eine Lagekarte mit eigenem Kartenserver recherchiert: ATAK, WebGIS (mit QGIS) und OSM-Tiles.


ATAK

ATAK wurde ursprünglich für das amerikanische Militär entwickelt und ist mittlerweile auch in einer zivilen Version verfügbar. Mit OpenTAK existiert zudem eine Serverlösung zum Selbsthosten.

In der Praxis konnte mich das System jedoch nicht überzeugen. Bereits beim ersten Start fordert die App gefühlt sämtliche Berechtigungen ein – ohne diese startet sie nicht. Selbst wenn man darüber hinweg sieht, bleibt die Bedienung sehr komplex. Für technisch versierte Nutzer mag das funktionieren, im Einsatzfall soll jedoch auch ein „normaler“ Helfer schnell und intuitiv damit arbeiten können. Das sehe ich hier aktuell nicht.


WebGIS mit QGIS

WebGIS wäre vermutlich die leistungsfähigste Lösung. Dabei handelt es sich im Grunde um einen Server, der eine mit QGIS erstellte Karte bereitstellt.

Der große Vorteil: QGIS ist extrem mächtig. Man kann Layer, Datenbanken und unterschiedlichste Datenquellen einbinden und später auch auswerten.

Der Nachteil: QGIS ist ebenso komplex wie leistungsfähig. Eine wirklich saubere, einsatztaugliche Karte mit echtem Mehrwert zu erstellen, ist deutlich aufwendiger als zunächst gedacht.

Hat man jedoch einmal eine durchdachte Kartenstruktur mit allen relevanten Layern aufgebaut, bietet QGIS in Kombination mit WebGIS hervorragende Möglichkeiten für Darstellung und Analyse einer Lagekarte.


OSM-Tiles

Die dritte Option ist die OSM-Tile-Technologie – vielen bekannt durch Dienste wie Google Maps oder OpenStreetMap.

Das Prinzip ist etabliert, die Darstellung performant und die Bedienung für den Endanwender minimalistisch und intuitiv. Genau das ist im Einsatzfall ein entscheidender Vorteil.


Entscheidung: TileServer GL

Nach einigem Abwägen habe ich mich für TileServer GL als Kartenserver entschieden. Dabei handelt es sich um das Open-Source-Projekt von MapTiler, das als eigenständiger Kartenserver betrieben werden kann.

Die Installation selbst ist noch relativ überschaubar. Die eigentliche Herausforderung beginnt bei der Einrichtung.

Man benötigt:

  • Kartendaten
  • Schriftarten
  • Icons
  • eine style.json
  • eine config.json

Theoretisch klingt das simpel. Praktisch verbringt man mehrere Tage damit, Konfigurationsdateien zu verstehen, anzupassen und Fehler zu suchen.

Nach erfolgreicher Einrichtung läuft der Server – zumindest technisch. Optisch gibt es noch Optimierungsbedarf:
Straßennamen wiederholen sich ohne Abstand, Städtenamen erscheinen und verschwinden je nach Zoomstufe. Hier muss die style.json noch sauber überarbeitet werden. Für den aktuellen Projektstand reicht es jedoch, um weiterzuarbeiten.

Wichtig: TileServer GL ist nicht für die direkte Nutzung gedacht, sondern dient als Backend für andere Anwendungen. So lässt er sich beispielsweise problemlos in Traccar einbinden.

Die eigentliche Lagekarte soll mit Leaflet umgesetzt werden, das ebenfalls auf TileServer GL als Kartenquelle zugreift.


Fazit

Der Kartenserver war bislang der aufwändigste Teil des Projekts – und bietet weiterhin viel Optimierungspotenzial.

Die technische Basis für eine eigene, offlinefähige Lagekarte steht nun. Im nächsten Schritt wird Leaflet mit zusätzlichen Informationen und Funktionen erweitert.